Die U3 – was ist das?
Autor: Dr. Marc Golombeck
Die U3 ist eine Vorsorgeuntersuchung für Babys, meist im Alter von 4–5 Wochen. Ziel ist, früh zu prüfen, ob sich Ihr Baby gesund entwickelt, ob es Hinweise auf Erkrankungen gibt – und Ihnen Raum für Fragen zu geben.
Ablauf der U3 – was passiert in der Regel?
Je nach Patient kann die Reihenfolge etwas variieren:
1) Ankommen & Fragebogen
In einem detaillierten Elternfragebogen werden mögliche Probleme seit der Geburt/Entlassung angesprochen. Konkret geht es um Themen wie zB Trinken, Schlafen, Schreien, Verdauung und Sorgen und Nöte der Eltern.
2) Messen & Wiegen
Gewicht, Länge, Kopfumfang (wird in Wachstumskurven eingetragen und im Verlauf verglichen.)
3) Gründliche körperliche Untersuchung
Bei der U3 schauen wir Ihr Baby von Kopf bis Fuß an. Die Untersuchung ist sanft, dauert meist nur wenige Minuten und hilft uns zu prüfen, ob sich Ihr Kind altersgerecht und gesund entwickelt.
4) Hüft-Ultraschall
Der Hüftultraschall bei der U3 ist in unserer Praxis immer Bestandteil, um eine Hüftdysplasie früh zu erkennen.
5) Vitamin-K-Gabe
Bei der U3 (meist 4.–5. Lebenswoche) geht es bei der Vitamin-K-Gabe um die 3. Prophylaxe-Dosis, um gefährliche Blutungen (v. a. auch innere/Hirnblutungen) durch Vitamin-K-Mangel zu verhindern. Vitamin K ist zentral für die Blutgerinnung – Neugeborene haben nur kleine Speicher und Muttermilch enthält wenig Vitamin K.
In Deutschland ist für gesunde Neugeborene üblich/empfohlen: 3× 2 mg Vitamin K (oral) zu folgenden U-Untersuchungen:
- U1 (kurz nach Geburt)
- U2 (3.–10. Lebenstag)
- U3 (4.–6. Lebenswoche)
Bei der U3 wird also in der Regel die dritte Gabe verabreicht und im U-Heft dokumentiert.
Warum wird die 3. Gabe zur U3 gegeben? Die gefährlichste Form der Blutung (die „späte“ Vitamin-K-Mangelblutung) kann erst Wochen später auftreten. Die U3-Dosis soll den Schutz in dieser Phase verbessern.
6) Beratung der Eltern
Typische Themen können sein (je nach Beratungsanlass der Eltern):
- Stillen/Flasche, Trinkmenge, Spucken, Bäuerchen
- Schlaf, Schreien, Regulationsprobleme („Bauchweh“, „Dreimonatskoliken“)
- Vitamin D (und ggf. weitere Empfehlungen)
- Sicheres Schlafen (Rückenlage, rauchfrei, eigene Schlafumgebung)
- Unfallprävention (Wickeltisch, Hitze, Tragetuch, Auto)
- Impfplanung (Start meist ab der 7. Lebenswoche mit der Rota-Schluckimofung)
Was sollten Eltern zur U3 mitbringen?
Wichtig
- U-Heft (gelb)
- Impfausweis (falls schon vorhanden)
- Krankenversicherungskarte des Babys oder Versicherungsnachweis der Krankenkasse
- Entlassungsbrief/Geburtsbericht (wenn vorhanden)
- Mutterpass (hilft bei Rückfragen)
- Liste: Medikamente, Besonderheiten, Allergien in der Familie (falls relevant)
Praktisch
- Windeln, Feuchttücher/Watte, Wickelunterlage
- 1–2 Sets Wechselkleidung, 1–2 Mulltücher/Spucktücher
- Decke/Einschlagtuch
- Flasche/Pre/abgepumpte Milch (falls benötigt)
- Schnuller (wenn genutzt)
Tipp: Notieren Sie 3–5 Fragen vorher – das erleichtert Ihr Gespräch mit der Ärztin.